Auf der Suche nach der Demokratie – In der Geschichte II

Im Sommer schrieben wir bereits über die Anfänge der Demokratie und schauten uns in Griechenlands Geschichte um. Heute gibt es dazu den zweiten Teil und betrachten die Anfänge der Demokratie in Deutschland: Die Weimarer Republik.

Die erste in Kraft getretene Demokratie in Deutschland war die sogenannte Weimarer Republik (der offizielle Name war „Deutsches Reich“), welche von 1918 bis 1933 bestand. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der deutsche Kaiser abdanken und die Demokratie wurde ausgerufen. Es war eine parlamentarische Demokratie,  was dem heutigen deutschen System nahe kommt. Denn die wichtigen politischen Entscheidungen wurden durch ein Parlament getroffen, das durch eine Volkswahl gewählt wurde. Grundsätzlich waren alle Sitzungen für die Öffentlichkeit angelegt.

Das Staatsoberhaupt war der Reichspräsident, der vom Volk auf 7 Jahre Amtszeit gewählt wurde. Dieses war eine herausgehobene und machtpolitisch sehr einflussreiche Person. Das gesetzgebende Organ, die Legislative, stellte der Reichstag dar. Dieses wurde vom Volk auf 4 Jahre gewählt und hatte Gesetzgebungs-, Budget- und Kontrollrechte. Die Verfassung der Weimarer Republik galt als die fortschrittlichste der damaligen Zeit; so waren u.a. liberale und sozial Grundrechte dort verankert.

Die Weimarer Republik hatte von Anfang an mit viele Problemen zu kämpfen. Denn die Demokratie war nicht in der Gesellschaft gefestigt. So waren beispielsweise die Beamten, die die Verwaltung und Justiz eines Staates tragen, nicht demokratisiert worden und viele trauerten der Monarchie nach. Rechte konnten so deutliche mildere Strafurteile als Linke erwarten. Dazu kam die Unzufriedenheit der Bevölkerung über den Versailler Vertrag.

Historisch teilt man die Weimarer Republik in drei Abschnitte:

1919-1923: Kriegsfolgen des Ersten Weltkriegs, Hyperinflation & zahlreiche Umsturzversuche

1924-1929: relative Stabilität, wirtschaftliche Erholung & außenpolitische Anerkennung

ab 1929:     Bruch der Großen Koalition, Weltwirtschaftskrise & Aufstieg der Nationalsozialisten

Nach dem Bruch der Großen Koalition wurde die Regierung nicht mehr auf parlamentarischen Wege gewählt, der Reichspräsident rief die Notverordnung aus, was ihm noch mehr Rechte zusicherte. Fühlte sich der Reichskanzler Heinrich Brüning 1930 noch der Demokratie verpflichtet, versuchten seine Nachfolger die Republik zu überwinden und ebneten Adolf Hitlers Machtergreifung den Weg. Diese war das Ende des ersten erfolgreichen Versuchs in Deutschland eine Demokratie zu errichten.

Wer mehr möchten wissen, dem empfehlen wir  „Informationen zur politischen Bildung“ zum Thema Weimarer Republik:

Advertisements