Strassenumfrage und Blogpause

Ihr lieben treuen Leser,

wie ihr vielleicht schon bemerktet, kommen unsere Beiträge gerade recht unregelmäßig. Das kommt daher, dass Anna und Juana gerade beide Arbeit bzw. ein Praktikum haben und nebenbei ihr Bachelorstudium fertig machen. Einerseits ist das äußerst cool für die beiden, andererseits muss leider dieser Blog darunter leiden. Deshalb haben wir uns entschieden eine Pause einzulegen, werden uns aber rechtzeitig zur Europawahl zurück melden. Also schaut ab April einfach wieder rein.

Zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen und damit am Ende des Weges vom Wahlkampf bis zur Regierungsbildung, den wir begleiteten, präsentieren wir heute noch eine Straßenumfrage aus Mannheim. Wir wollten wissen, ob die Menschen zufrieden mit der Wahl sind, was daraus als Koalition entstanden ist und was sie von der neuen Regierung halten. Doch es stellte sich heraus, dass Weihnachtszeit  eine schwierige Zeit ist, um mit Menschen über Demokratie und Politik zu sprechen. Unsere Reporterin war am Samstag vor Heilig Abend unterwegs und bekam den Weihnachtsstress  voll ab. Die Menschen haben ihr Kreuz im September gemacht und jetzt ist Weihnachten. Den einen oder anderen bekam sie dann doch noch vor das Mikro. Hört selbst!

Wir wünschen euch ein frohes Weihnachtsfest mit lauter lieben Menschen und ein erfolgreichen Start ins Neue Jahr und freuen uns, wenn ihr bei der Europawahl dann wieder dabei seid.

Eure Wahlurne

Straßenumfrage in Mannheim

Diesmal waren wir in Mannheim unterwegs. Dort haben wir die Menschen gefragt, warum es wichtig ist in einer Demokratie zu leben, ob die Menschen wählen gehen und warum oder auch warum nicht. Hierbei erschien den meisten das Recht zu wählen als äußerst wichtig, genauso wie das Leben in einer Demokratie.

Wahlkampf ohne Kampf

Wahlkampftourauftakt der CDU in Ludwigshafen

Wahlkampftourauftakt Ludwigshafen

Angela Merkel kommt! Da ich gerade in Mannheim weile, ergriffen wir die Chance eine Wahlkampfveranstaltung mal aus der Nähe zu betrachten, genauer die Menschen, die wir dort vorfinden oder eben nicht finden. Also ging es über den Neckar aus Baden-Württemberg raus nach Rheinland-Pfalz in die Nachbarstadt Ludwigshafen. Dort angekommen merkt man nichts, keine aufgeregten Menschen, keine Polizei zu sehen, heißt es nicht WahlKAMPF?

Mal nachfragen, warum die Menschen hier noch rumlaufen, während gleich doch ihre Bundeskanzlerin spricht. “Angela Merkel? hier? Ne, wusste ich nicht”. Keine 500m weiter spricht die Bundesvorsitzende der regierenden Partei und die Menschen wissen es nicht. Das könnte einerseits auf eine schlechte Kommunikation der CDU hindeuten, für mich heißt es, dass die Menschen untereinander nicht über Politik sprechen. Ludwigshafen ist nicht Berlin, Berühmtheiten und Glamour sind hier mehr Ausnahme als Alltag, aber in der Geburtsstadt Helmut Kohls wird Politik nicht als Ereignis wahrgenommen. Weiter ging es zur Veranstaltung. Es waren doch etwa 500 Menschen zusammen gekommen, um ihre Kanzlerin zu feiern. Das sie vornehmlich CDU Anhänger waren, wiesen sie durch wunderschöne leuchtende orangene Hüte aus.

Zwischenfazit: Eine Veranstaltung von der CDU für ihre CDU Anhänger.

Dieses ist grundsätzlich nicht schlimm, aber Menschen zu überzeugen, die bereits überzeugt sind, ist immer noch kein WahlKAMPF. Doch auch einige Piraten sind anwesend und protestieren lautstark gegen die Politik Merkels und machen insbesondere durch Banner und Pfeifen auf sich aufmerksam. Man merkt einen Funken davon, was man sich unter Politik vorstellt. Dann mal auf und die Menschen fragen, warum sie denn hier sind (Podcastfolge mit O-Ton). Sie wollen Angela Merkel sehen.

Auf die Frage, ob sie wählen gehen, erzählen sie mir von Bürgerpflicht, historischer Wichtigkeit und dass sie es von ihren Eltern übernommen haben, dass man einfach wählen geht. Letzteres wäre empirisch nachzuprüfen, aber es scheint entscheidend zu sein, wie man Politik im Elternhaus erlebt hat. Vielleicht sind ihre Argumente nicht immer so überzeugend, um einen Nichtwähler am Sonntag aus dem Bett zu bekommen, aber für sie persönlich reicht es. Festzuhalten ist, dass die Menschen hier, zumindest sagen sie es, alle zur Wahl gehen wollen.

Schlussfazit meines gestrigen Tages:

1. Die Parteien erreichen in ihren Wahlkämpfen die Menschen, die das Prinzip Demokratie und Wahl bereits verstehen.

2. Die Menschen gehen dorthin, wo eine mit der eigenen Überzeugung übereinstimmende Rede geschwungen wird.

To-Do für die nächsten 38 Tage: Dort hingehen, wo die Unpolitischen ihre Meinung finden.