Die Anfänge der Europäischen Union

Flag of the European Coal and Steel Community 12 Star Version

Die Flagge der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 

Die Europäische Union (“EU”) mit diesem Namen und allem drum und dran, wie wir es kennen, besteht erst seit 2007, doch Ideen einer europäischen Vereinigung gab es schon im 17. Jahrhundert. Die konkrete institutionelle Umsetzung geschah jedoch erst 300 Jahre später mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und in diesen Beginn einer europäischen Integration (“Zusammenschluss” oder “Vereinigung”) möchten wir euch heute einführen.

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, stellten sich Politiker die Frage, wie es mit Europa weiter gehen solle. Europa war ideologisch geteilt in zwei Lager: der Westen, mit dem kapitalistischen Amerika als Bündnispartner, und der Osten, der unter der Ideologie und dem Regime der kommunistischen Sowjetunion stand. Die Grenze lief mitten durch Deutschland. Durch die Erfahrung zweier zeitlich dicht aufeinander folgenden Weltkriege, suchte man nach etwas, das einen dritten Weltkrieg unbedingt verhindern sollte.

Die westlichen Länder wollten in der Lage sein auch ohne die Unterstützung der amerikanischen Truppen sich gegen die Sowjetunion behaupten zu können. Der französische Außenminister Robert Schuman (nicht der Komponist!, der war da schon lange tot und wird mit 2 “N” geschrieben) gab 1950 eine Regierungserklärung ab, die man später den Schuman-Plan nennen wird. In dieser schlug er eine sogenannte “Montanunion” vor. Dies war die Vereinigung der deutschen und französichen Schwerindustrie. Dieses Bündnis war ein kleines historisches Wunder, denn es waren erst so wenige Jahre vergangen, seitdem die Deutschen und Franzosen sich tötend auf dem Schlachtfeld gegenüber standen.

Aus dieser Idee entstand 1952 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (“EGKS” oder eben “Montanunion” genannt). Diese vereinigte die Verwaltung der Kohle- und Stahlindustrie der Mitgliedsländer. Die Gründungsstaaten waren: Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Niederlande und Italien. Die Idee war von Beginn an, dieses Bündnis auf weitere Länder auszuweiten.

Kohle war der wichtigste Energieträger der Länder und Stahl die Grundlage des Wiederaufbaus, aber auch einer Aufrüstung. Durch die gemeinsame Verwaltung konnte keiner mehr von den anderen unbemerkt aufrüsten. Gleichzeitig musste auf die Güter beim Handel zwischen den Ländern kein Zoll mehr bezahlt werden.

Im Laufe der 1950er Jahre verloren Kohle und Stahl an Bedeutung und Öl und Erdgas wurden zu den wichtigsten Energielieferanten. Damit die Gemeinschaft der Länder in Form der EGKS nicht an Bedeutung verlor, weitete man das Projekt auf die gesamte Wirtschaft aus. So wurde 1957 aus der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Eurotom).

Diese blieben in ihrer Form bis 1992 so bestehen und wie es weiterging erfährt ihr nächste Woche.

Eine schöne Grafik der bundeszentrale für politische Bildung, die die Entwicklung grafisch darstellt:

Die Entwicklung der Europäischen Union

Unsere Videoempfehlung für alle, die sich für mehr interessieren:

“Mit offenen Karten – Warum EU” 

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