Unter die Lupe genommen: Wahlplakate

wahlplakate

Seit Wochen schon begegnen sie uns an allen Straßenecken, auf öffentlichen Plätzen, selbst auf dem kleinsten Dorf: die Wahlplakate. Sie sind immer noch eines der wichtigsten Medien im Wahlkampf. Die Parteien buhlen um die besten Plätze für ihre Plakate und stechen sich gegenseitig aus bei dem Versuch, das kreativste Motiv zu finden. Und trotzdem hört man immer wieder lauthalse Beschwerden über die Plakate: Sie verschandeln die Landschaft, die Motive sind furchtbar, überall nur Köpfe drauf, keine Themen, zu viel Themen, und so weiter. Woran liegt das? Wenn die Wahlplakate doch eines der wichtigsten Medien im Wahlkampf sind, warum beschweren sich dann so viele Leute über sie? Haben die Parteien wirklich alle bei der Gestaltung versagt? Und das obwohl damit doch Profis beauftragt werden?

Klar, es gibt Dinge, die wäre einfach vermeidbar. Die SPD hätte für ihre Plakate besser recherchieren können und hätte dann vielleicht einen eigenen Slogan verwendet statt den einer Zeitarbeitsfirma. Die Linke könnte eine Schriftart verwenden, die besser lesbar ist und Sätze, die nicht das komplette Plakat einnehmen. Aber dies sind wohl eher weniger bedeutende Gründe dafür, dass Wahlplakate so unbeliebt sind. Tatsächlich ist es sogar so, dass nur das Design an sich betrachtet durchaus auch gut ankommen kann.

Ich glaube, die Wahlplakate sind nicht gern gesehen, weil sie die Menschen im Alltag mit Politik konfrontieren – und gleichzeitig auch mit all den negativen Eigenschaften, die der Politik und den Politikern zugeschrieben werden. Die Wahlplakate im Alltag lösen bei vielen Menschen Assoziationen aus: Die lügen doch sowieso alle, die machen am Ende ja doch nichts für die Bürger, die unterscheiden sich ja eh nicht voneinander. Diese Gedanken sind die Grundlage für die bei uns herrschende Politikverdrossenheit. Und natürlich werden sie nicht nur durch Wahlplakate ausgelöst. Aber bei Wahlplakaten kann man eben nicht einfach wegschalten wie bei den Wahlwerbespots. Man hat nicht die Entscheidungsfreiheit, sie sich nicht anzuschauen, wie man sie bei Internetauftritten oder Politikshows hat. Mit den Plakaten werden wir konfrontiert – ob wir wollen oder nicht. Das ist meiner Meinung nach aber auch das gute an den Wahlplakaten. Denn wer weiß, ob die Leute überhaupt wüssten, dass Wahlkampf ist, wenn die Plakate sie nicht daran erinnern würden.

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Ein Kommentar zu “Unter die Lupe genommen: Wahlplakate

  1. Ich finde es toll, mit diesem Blog Menschen zum Wählen zu begeistern.

    Was mich angeht, werde ich in diesem Jahr allerdings nicht mehr mit gutem Gewissen wählen gehen können. Frau Merkel ist laut einem Schreiben, welches ich aus dem Kanzleramt erhalten habe, nicht für ihre Aussagen zur Finanzpolitik zuständigt. Steinbrück ist mit seiner Vergangenheit als Ex-Finanzminister auch keine Alternative für mich.

    Details stehen in meinem Blog unter: http://vfalle.wordpress.com/2013/08/27/gemeinsam-erfolgreich-oder-18/

    Protestparteien mag ich nicht wählen, weil ich Lösungen suche und keine Randale.
    Um meinen Protest gegen das Handeln der aktuellen Top-Politiker auszudrücken, werde ich meinen Wahlzettel mit einem entsprechenden Kommentar ungültig machen. Ich hoffe, dass das Signal ankommt. Denn im Straßenwahlkampf bekamm ich zu hören, dass es doch normal ist, wenn Politiker Finanzunternehmen unterstützen. Ist das wirklich normal?

    Viele Grüße und viel Erfolg für den Wahlurnenblog.

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