Wahlwerbespots im Fokus

Wahlwerbespots Wahlurne

Wahlwerbespots sind ein Teil der Wahlwerbung, der immer noch recht viel Beachtung findet. Neben der Ausstrahlung der Spots der einzelnen Parteien im Fernsehen finden sich auch zahlreiche Videos im Internet und Beiträge in Satire-Shows, in denen die Wahlspots karikiert werden.
Zeit für eine Analyse der Spots: Wie sind sie eigentlich aufgebaut? Wer wird damit erreicht? Wie funktioniert das mit der Ausstrahlung? Und überhaupt: Wie effektiv sind Wahlwerbespots und wer wird damit erreicht?

Ein Blick auf Wikipedia verrät, dass die Ausstrahlung der Wahlwerbespots im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für die Parteien kostenlos ist und dass sie im Gegensatz zur übrigen Werbung auch nach 20 Uhr gezeigt werden dürfen. Und auch bei den Privatsendern kostet die Ausstrahlung ihrer Werbespots die Parteien fast nichts. Jede Partei, die in mindestens einem Bundesland gewählt werden kann, hat das Recht darauf, ihre Wahlwerbung im Fernsehen zu zeigen. Von dieser Möglichkeit machen die Parteien auch rege Gebrauch. Man braucht nur das abendliche Fernsehprogramm einzuschalten, schon nach kurzer Zeit wird man mit den Spots konfrontiert.  Interessant ist auch der ermittelte Marktwert der Wahlwerbespots: Würden statt diesen herkömmliche Werbespots gezeigt, hätten sie einen Marktwert von rund 8,2 Millionen Euro.

Auch für die kommende Bundestagswahl gibt es zahlreiche Werbespots. Je nach Partei stehen dabei unterschiedliche Aspekte im Fokus:
Der Spot der CDU besteht aus einer Rede von Angela Merkel, die durch Kameraschwenks, unterschiedliche Zoom-Einstellungen und dem Spielen mit der Schärfe aufgelockert werden soll. Merkel spricht davon, was ihre Ziele für Deutschland sind. Was die CDU als ihre Partei davon hält, bleibt offen.
Die SPD hingegen setzt auf das Volk. Politiker sind in diesem Wahlspot kaum zu finden, Peer Steinbrück muss sich mit einem kurzen Gastauftritt begnügen. Stattdessen kommen Bürger und Bürgerinnen zu Wort, die die Standpunkte der SPD wiedergeben. So versucht die SPD also ihre Nähe zum Volk wiederzufinden.
Eine einzige Beschwerde über die derzeitigen Zustände in unserer Gesellschaft findet sich im Spot der Linken. Hier beschweren sich ausgewählte Personen darüber, dass es keine Kita-Plätze gäbe, die Rente nicht zum Leben ausreiche und es zu viele Menschen gibt, die ohne Mindestlohn zu wenig verdienen. Die Botschaft hier: Das muss sich ändern!
Die FDP gibt sich industriefreundlich und auf Wohlstand bedacht. Angesprochen wird hier vor allem der arbeitende Mittelstand. Man sieht viele lachende Menschen, Bilder aus dem Handwerk und der Industrie und Rainer Brüderle, der sich in einem Restaurant sein Frühstück einverleibt. Brüderle, der sagt, uns geht es gut, uns soll es gut gehen.
Eine ungezwungene Unterhaltung der Parteispitze mit dem Zuschauer in lauschiger Natur: Das versucht der Wahlspot der Grünen zu vermitteln. Schade nur, dass Trittin und Göring-Eckardt so unbedarft in der Gegend herumstehen und man ihnen ansieht, dass sie auf ihren Einsatz warten, darauf, dass der andere endlich ausgeredet hat. Inhaltlich gibt es hier alle Kernthemen des grünen Wahlkampfes serviert, in verständlicher und ansprechender Form.

Die Gemeinsamkeit aller Spots: Die Aussage, „wählt uns!“ und schlechte Schauspieler.

Aber was bringt uns jetzt die Konfrontation mit den Wahlwerbespots? Beeinflusst sie wirklich unser Wahlverhalten? Möchte der Wähler wirklich mit seichten Versprechungen, harmonischer Hintergrundmusik und schlecht schauspielenden Politikern hinters Licht geführt werden? Oder nimmt der Wahlwerbespot nicht vor allem eine Funktion ein, die Werbung im Allgemeinen auszeichnet, nämlich dafür zu sorgen, dass der Fernsehzuschauer endlich mal Zeit hat, sich etwas zu essen aus der Küche zu holen oder mal eben auf die Toilette zu gehen?

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